Befunderhebungsfehler

Befunderhebungsfehler

Ein Befunderhebungsfehler liegt vor, wenn der Arzt es unterlassen hat, medizinisch gebotene Befunde zu erheben und es aus diesem Grund zu einer Fehldiagnose kommt. Die vorwerfbare Handlung des Arztes liegt also in der Nichterhebung gebotener Befunde. Werden solche erheblichen Befunde nicht erhoben, so wertet die Rechtsprechung diese Unterlassung in der Regel als Behandlungsfehler. Der Patient hat gegenüber dem behandelnden Arzt einen Anspruch auf Schadensersatz, wenn der erlittene Schaden auf die nicht durchgeführte Befunderhebung zurückzuführen ist. Dabei nimmt der BGH eine Beweislastumkehr zugunsten des Patienten schon bei einem leichten Befunderhebungsfehler an. Ein Fehler in der Befunderhebung stellt somit das im Vergleich zu Diagnosefehlern deutlich schwerwiegendere ärztliche Vergehen dar.

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