Beweislastumkehr

Beweislastumkehr

Im Zivilrecht gilt folgende Grundregel: Jede Partei trägt die Beweislast für die tatsächlichen Voraussetzungen der ihr günstigen Rechtsnorm. Diese Regel wird grundsätzlich auch im Arzthaftungsprozess angewendet. Demzufolge hat der Patient das Vorliegen eines Behandlungsfehlers, dessen Kausalität für den Körper- oder gesundheitsschaden sowie das Verschulden des Arztes zu beweisen. Hierdurch gerät der klagende Patient oftmals in eine Beweisnot. Wenn es dem Kläger jedoch nachzuweisen gelingt, dass ein grober Behandlungsfehler vorliegt, der dem geltend gemachten Schaden zu Grunde liegt, kann es zu einer Beweislastumkehr kommen. Diese Beweislastumkehr ist ein Ausgleich für durch den groben Behandlungsfehler regelmäßig verschlechterten Beweissituation des Klägers.

Nach dieser Umkehr der objektiven Beweislast von der Patienten- auf die Arztseite reicht es aus, dass der grobe Behandlungsfehler grundsätzlich geeignet ist, den eingetretenen Schaden zu verursachen. Nicht mehr nötig ist, dass der Fehler den Schaden nahe legen oder wahrscheinlich machen muss.

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